Bericht von der DVM U10 2021 (nachgeholt im August 2022)

Tag 4 -Schlussspurt

Noch zwei Runden standen an. Zuerst trafen wir auf die Schachzwerge Magdeburg. Bald schon konnte Julius den ersten Punkt für unser Team einfahren und auch Fremont kam später freudestrahlend wieder, sodass es 2:0 stand. Außerdem berichtete Fremont, dass Philipp Materialvorteil hatte. Dieser kam auch wenig später raus und hatte den Sieg eingefahren. Leider stellte Hao noch in hochgradiger Zeitnot und bei besserer Stellung die Dame ein, aber wir hatten mit dem 3:1 zumindest 2 Mannschaftspunkte geholt.

Mit neuer Motivation ging es dann in die letzte Runde. Wir bekamen Heilbronn-Biberach als Gegner. Leider übersah Julius nach lange ausgeglichener Stellung eine Taktik und musste entscheidend Material hergeben. Fremont einigte sich mit seinem Gegner auf Remis, die Analyse zeigte, dass man eventuell noch weiterspielen konnte, aber zumindest war es ein sicherer halber Punkt. Hao spielte eine risikofreudige Angriffspartie (die hier noch später analysiert werden soll) und wurde belohnt, in dem sein Gegner ein Matt übersah. Mit 1,5:1,5 lag mal wieder alles an Philipp. Dieser schaffte eine Angriffsstellung, für den er einen Bauern gegeben hatte. Doch der Gegner verteidigte sich und konnte durch einen kleinen, aber effektiven Zug den Läufer fesseln und scheinbar gewinnen. Aber Philipp wäre nicht Philipp, wenn er aus dieser Stellung nicht den Rettungsanker finden würde. Es stellte sich heraus, dass sich der gewonnene Läufer vergiftet ist, Philipp schaffte es eine Mattdrohung aufzustellen, die der Gegner nur durch Dauerschach oder Materialverlust abwehren konnte, so einigten sich beide auf Remis, also 2:2

Danach wurde noch bis zur Siegerehrung Werwolf (offiziell heißt es „Werwölfe von Düsterwald“) gespielt. Es wurde knapp, da viele Mannschaften 6 Mannschaftspunkte hatten. Da wir leider nur unten in der Tabelle gespielt hatten, konnten wir nicht mit der Sonneborn-Berger-Wertung punkten und schafften es „nur“ auf den 31. Platz. Trotzdem ein Erfolg mit einigen knappen Wettkämpfen, die auch anders hätten ausgehen können.

Es stellte sich heraus, dass alle Berliner Mannschaften den gleichen ICE gebucht hatten. Während Borussia und Weisse Dame erstmal zur nächsten Stadtbahnhaltestelle laufen wollten, nutzten wir den vor der Tür abfahrenden Bus, der auch gerade kam. Leider fiel uns dann am Umsteigeknotenpunkt zur S- und Regionalbahn auf, dass wir bei dem vielen Gepäck einen Rucksack vergessen hatten. Da ich leider telefonisch niemanden von der Jugendherberge erreichte, blieb uns nichts anderes übrig, als zurückzufahren und ihn zu holen. Doch langsam wurde die Zeit eng, als wir wieder an diesem Knotenpunkt (Düsseldorf-Bilk) ankamen (diesmal mit allen Koffern, Taschen und Rucksäcken) fuhr uns der Zug vor der Nase weg. Mit dem nächsten Zug wurde es schon knapp. Wir hatten dann nämlich nur noch 4 Minuten Umsteigezeit und mussten von Gleis 7 zu Gleis 19. Meine App zeigte erst an, dass der ICE (glücklicherweise) etwas Verspätung hatte, dann revidierte sie die Entscheidung aber wieder. Ich schwor die Jungs, dass Denksport nicht der einzige Sport war, den wir am heutigen Tage machen werden. Der Zug fuhr auch pünktlich ein und ab. Es war nur eine Station, also 3 Minuten. Wir standen an der Tür und waren bereit. Doch in der Mitte der Strecke hielt der Zug an uns es kam die Ansage „Wegen einer Störung an der Strecke verzögert sich die Weiterfahrt um 8-10 Minuten.“ Auch wenn wir die Hoffnung nicht aufgaben und am Düsseldorfer Hauptbahnhof alles versuchten, der ICE war weg. Wir bemerkten dann, dass am Nachbargleis ein anderer ICE nach Berlin stand, der auch gleich losfahren sollte und stiegen ein. Drinnen konnte ich mit meinem Handy herausfinden, dass dieser Zug (entgegen der normalen Linienführung) ab Hannover nicht über die Schnellfahrstrecke nach Berlin, sondern über Magdeburg fuhr. Ich überlegte, ob wir wieder aussteigen und auf den nächsten schnellen ICE in einer Stunde warten sollen, der trotzdem noch früher in Berlin gewesen wäre. Doch meine App zeigte mir an, dass in diesem Zug die 2. Klasse bereits überbucht war. Da ich nach den Anstrengungen der vergangen Tage keine Lust auf „Sitzen im Gang“ hatte, entschied ich im Zug zu bleiben, der im Fahrtverlauf auch immer leerer wurde. Zumindest war der Zug pünktlich und wir waren nur etwa 2 Stunden später, als ursprünglich geplant ankamen. Warum dieser Zug über außnahmsweise über Magdeburg fuhr, während die anderen ICEs die Schnellfahrstrecke nahmen, bleibt ein Rätsel. Meine Vermutung ist, dass er vom DSB als Zubringer zum Schachgipfel bei der DB bestellt wurde, aber irgendetwas sagt mir, dass diese Theorie vielleicht doch nicht stimmen könnte. 🙂

Was ist mein Fazit?

Nach den vielen Erfolgen bei überregionalen Jugendturnieren: Deutscher Meister, Norddeutscher Meister, 4. Platz bei der U10 im letzten Jahr, hatten wir diesmal ein Turnier, bei dem unsere Position und die Ziele anders waren. Trotzdem schafften wir (mit Ausnahme der ersten Runde) die Wettkämpfe meist auf Augenhöhe führen zu können. Für Fremont und Julius war es die erste Möglichkeit sich bei soeinem Turnier mit anderen Gleichaltrigen zu messen. Hao und Philipp konnten an den vorderen Brettern gegen die besten Spieler Deutschlands spielen. Also alles in allem, doch nicht so negativ, wie es von außen scheint.

Tag 3 – irgendwie lief es nicht

Nach dem Sieg in der zweiten Runde waren alle Jungs entsprechend motiviert. Wir hatten aber wieder einen starken Gegner erwischt, diesmal die VSR 1880 Offenbach. Leider verlor Julius schon bald die Partie. In einer offenen Stellung konnte sein Gegner erst einen Bauern gewinnen und dann durch eine Springergabel auch die Qualle. Danach fiel die Stellung auseinander. Die anderen drei haben noch viel länger gekämpft und kamen dann gemeinsam raus. Alle Stellungen sahen zwischenzeitlich sehr gut aus, wurden dann aber schlussendlich allesamt verloren, sodass ein sehr unglückliches 0:4 herauskam.

Dann gab es Mittagessen. Die Schlage war sehr lang und so wurden die Kinder vorgelassen. Ich war noch am Essen, als die Runde begann. Ich machte den Fehler, dass ich den Kindern sagte, sie sollen selbstständig ans Brett gehen. Leider verspäteten sie sich. Nachdem ich vom Schiedsrichter angerufen wurde, ging ich zum Turniersaal, wo sie gerade angekommen waren. Wie ich später erfuhr, wurde wohl laut angesagt, dass noch eine Mannschaft fehlt. Als ich mich mit den Vertretern eines anderen Vereins unterhielt und auf die Frage, zu welchem Verein ich gehöre mit „Königsjäger“ antwortete, hieß es gleich „ah, der Verein, dessen Mannschaft bei der letzten Runde fehlte“. Zumindest ist „Protestjäger“ jetzt nicht mehr der einzige zweifelhafte Ruf, den wir als Verein haben.

Leider schlug sich das auch in den Partien nieder. Im Wettkampf gegen die SF München mussten Fremont und Julius schon nach einer halben Stunde mit Partien, die unter ihrem schon bei diesem Wettkampf gezeigten Niveau waren, jeweils eine Niederlage einstecken. Hao hingegen zeigte in dieser Zeit seine Spielstärke und konnte mit kluger Taktik einen Niemals gefährdeten Sieg, der bei diesem Turnier sein erster war. Philipp spielte dann noch eine sehr lange Partie. Dafür wurde er mit einem Sieg belohnt, der uns zumindest das 2:2 brachte. Ich werde aus dem Fehler lernen und die Mannschaft immer ans Brett begleiten…

Dann noch eine Runde, diesmal gegen Elmshorn. Wir hatten uns vorgenommen, wieder mehr zu kämpfen und keine Partien nach sehr kurzer Zeit abzugeben. Alle Partien dauerten dann auch über eine Stunde. Leider musste dann Julius noch eine Niederlage einstecken. Er stellte leider schon in der Eröffnung eine Figur ein. Danach spielte er zu wenig dynamisch, um mögliche Chancen zu nutzen. Der Gegner konnte seinen Entwicklungsnachteil aufholen und durch Abtausch mit der Mehrgfigur gewinnen. Danach kam Fremont raus. Er hatte gegen einen etwas DWZ-stärkeren Gegner ein Remis geholt, was er hauptsächlich deswegen machte, weil er nur noch wenig Zeit hatte. Er hatte eine lange und durchdachte Partie gespielt und kam wohl das erste Mal bei einer Turnierpartie in leichte zeitnot. Zwischendurch stand er sogar besser, aber die Endstellung im Turmendspiel sah sehr remislich aus.

Wenig später kam Philipp raus, der einen Sieg eingefahren hat. Seine Gegnerin hat wohl ungenau gespielt, was ihm die Sache leichter machte. Beim Stand von 1,5:1,5 war nun Haos Partie die entscheidende. Auch hier war es ein langer Kampf. Leider stellte er am Ende die Dame ein und verlor. Also ein sehr unglückliches 1,5:2,5.

Summa sumarum leider nur 1/6 Mannschaftspunkte am heutigen Tag. In einigen Partien hat man den Klassenunterschied gespürt, doch in anderen Partien hätten wir auch mehr erreichen können.

Der Abend wurde mit „Werwolf“ und Tischtennis ausklingen gelassen. In den letzten beiden Runden wollen wir dann noch etwas „Zählbares“ rausholen.

Tag 2 – erste Runden

Ich muss es leider zugeben, ich schaffe nicht mehr, deshalb hier nur ein kurzer Bericht. Ich versuche mich morgen zu bessern.

Der Vormittag gestaltete sich relativ ereignisarm. Nach dem Frühstück beschäftigten sich die Kinder in ihrem Zimmer, während ich die Chance nutzte etwas zu entspannen und den Bericht vom ersten Tag zu schreiben. Dann gab es Mittagessen, anschließend ging es richtig los. Die Anmeldung hatte ich schon vor dem Essen abgegeben, nun folgte also der zweite Schritt, nämlich die Betreuersitzung. Dort wurde auch bekannt begeben, dass die Betreuer sich nur zu Rundenbeginn im Turnierareal aufhalten durften. Ich wartete also immer ahnungslos auf der Terasse.

Im Anschluss ging dann auch schon das Turnier los. Am Anfang dann meist mit etwas Hektik. Wir starteten überraschend an auf dem Setzlistenplatz 26. Einige Teams waren wohl nicht mit der Bestaufstellung angreist, außerdem konnten wir durch die letzten Auswertungen unseren DWZ-Schnitt verbessern. Wir spielten also in der ersten Runde gegen das Team auf dem Setzlistenplatz den SC Kehlheim (das ist der Verein, der sich durch die Programmierung des Mannschaftstools für Partien auf Lichess deutschlandweit einen Namen gemacht hatte und einen der Programmierer, mit dem ich seinerzeit vor dem Berliner Jugendonlinemannschaftsmeisterschaft Kontakt habe, habe ich nun das erste Mal persönlich gesehen. An den Brettern hatten wir wenig entgegenzusetzen. Aller kämpften aber lange, am Ende leider das erwartete 0:4.

Glücklicherweise bekamen wir in der darauffolgenden Runde einen Gegner vom unteren Rand Startrangliste. Hier konnten wir bald die ersten beiden Brettpunkte einfahren (Siege von Julius und Fremont). Nach einem weiteren Sieg von Philipp konnten wir unseren ersten Sieg verbuchen, sodass die Niederlage von Hao nicht so sehr ins Gewicht fiel.

Nach dem anschließenden Abendessen, hatten die Kinder noch mal Zeit für sich, bevor ich dann die bildschirmfreie Zeit „ausrief“ und wir noch einen kleinen Abendspaziergang in Richtung Rhein unternahmen, auf welchem ein paar schöne Mannschaftsbilder entstanden sind.

Am Abend trafen sich dann noch alle Berliner Vereine zum gemeinsamen Werwolf spielen.

Morgen geht es dann gegen das starke Team von Offenbach.

Tag 1 – Anreise

Die letzte nachgeholte DVM 2021, an dem wir als Verein vertreten sind, ist die DVM U10. Diese wird dieses Jahr in Düsseldorf ausgetragen.

Wir sind mit 4 Spielern dabei. Viele Kinder mussten nämlich absagen, weil sie verreist sind, sodass wir froh waren eine vollständige Mannschaft zusammenzukriegen, an einen Ersatzspieler war nicht zu denken. Wir sind durch einen Freiplatz zum Turnier gekommen. Dieses Jahr gab es mehr Plätze als Bewerber, sodass eigentlich jeder Verein, der wollte, einen Platz bekam. Wir gehören auch zu den Glücklichen, da wir dieses Jahr vom DWZ-Durchschnitt nur auf Platz 38 von 40 in der Startrangliste sind. Dies bezieht sich aber auf die vorläufige Kadermeldung und kann sich nach der endgültigen Mannschaftsmeldung noch ändern. Die anderen Berliner Vereine zeigen auf jeden Fall, dass sie es ernst meinen, so ist Weisse Dame mit dem Berliner U12-Meister Aakrit Seth, Oberschöneweide mit dem Berliner U10-Meister Karl Gersemann und Borussia Lichtenberg mit dem Berliner U8-Meister Raffael Antonio Bergmann angereist. Unser Team besteht aus:

  1. Hao Weng
  2. Philipp Bickerich
  3. Fremont Ma
  4. Julius Drope

Heute Nachmittag beginnt das Turnier. Im Gegensatz zum letzten Jahr, wo wir nur etwa 1,5 Stunden nach Magdeburg fahren mussten, waren es diesmal über 4 Stunden Fahrzeit (+ ÖPNV vom Düsseldorfer Hauptbahnhof zur Jugendherberge), sodass wir uns entschieden (so wie auch die anderen Berliner Vereine) schon am Tag zuvor, also gestern anzureisen. Wir hatten sogar schon einen etwas früheren Zug genommen und etwas Zeit uns in der Jugendherberge uns zu akklimatisieren. Zwei Stunden nach uns kamen dann Borussia Lichtenberg und Weisse Dame und am späten Abend (nach einer Odyssee mit Bombendrohung etc.) Oberschöneweide.

Wir hatten auf der Hinfahrt nur die üblichen Probleme. Der RE3 ab Lichterfelde Ost war etwa 10 Minuten verspätet und sehr voll (wir bekamen noch einen kuschligen Stehplatz im Gang) , konnte aber die Verspätung durch einen kürzeren Aufenthalt am Bahnhof Südkreuz etwas aufholen.   Am Hauptbahnhof trafen wir dann Julius. Dann ging es schnell hoch zum ICE, der mit 5 Minuten Verspätung abfuhr. Da der Zug (zumindest bis Hannover) sehr voll war, waren wir froh, dass wir Sitzplätze gebucht hatten. Mit einer Verspätung von 20 Minuten kamen wir dann in Düsseldorf an. Dort dann rüber zur S-Bahn, die 5 Minuten Verspätung hatte und dann zum Bus, der leider gerade weg war. Dennoch kamen wir insgesamt ganz gut an.

Nach Inspektion der Zimmer, die zum großen Ärger der Kinder weder einen Fernseher, noch W-LAN hatten („da kann man ja gar nichts machen“), ging es nach einer Pause zum Abendessen. Anschließend wurde noch zusammen mit Aakrit von Weisse Dame etwas Tischtennis gespielt, danach ging es dann ins Bett. Ich habe mich leider am Abend etwas mit Olaf Sill und Ralf Reiser verquatscht und es deshalb nicht geschafft rechtzeitig zu berichten. Ich werde das aber heute Abend besser machen, dann wird auch noch ein Mannschaftsfoto hinzugefügt.

Hinterlasse einen Kommentar.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.