Karim ist Berliner Vizemeister

Vom 9. bis 15. April fanden die Endrunden der Berliner Meisterschaft u10 bis u18 statt. Insgesamt fünf Königsjäger spielten in verschiedenen Altersklassen um die Meisterschaft:

Der größte Erfolg gelang Karim Abed in der u16. Er erreichte einen hervorragenden unbestrittenen zweiten Platz mit fünf aus sieben Punkten. Nur gegen den Berliner Meister (Bao) verlor er. Die neue (vorläufige) DWZ von über 1900 kann sich sehen lassen.

Gleich in der ersten Runde konnte er gegen Max Freude (Empor) ein schon sicher als Remis abgestempeltes Doppelturmendspiel aktiv „durchkeneten“ und dem Gegner so erlauben einen Fehler zu machen. Diesen beging er dann auch. Karim konnte zwei weit vorgerückte verbundene Freibauern bilden, die die Partie entschieden. In der Partie darauf gab es wieder ein Doppelturmendspiel. Sein Gegner Ansgar Zielke (Borussia Lichtenberg) konnte aber alles halten und Karim musste sich mit einem Remis zufrieden geben. Auch gegen die Deutsche Kaderspielerin Coco Lepo Zhou (Weisse Dame) wurde ein halber Punkt mitgenommen. In einer lang umkämpften Partie standen sich irgendwann neben den Bauern nur noch die ungleichfarbigen Läufer gegenüber. Gegen Joachim Morczynski (Zehlenorf) konnten genügend Bauern für das Figurenopfer eingesammelt werden. Und die offenen und halboffenen Linien konnten anschließend zum Figurenangriff genutzt werden, sodass am Ende ein voller Punkt verbucht werden konnte. Dann kam es zum Topspiel gegen den klar favorisierten Bao Ahn Le Bui (Mattnetz). Hier stand er die Partie über leicht besser. Bao konnte aber im Endspiel eine Stellung erreichen, die die Engine mit 0,00 bewertet. Leider drückte Karim in der Hektik neben, statt auf die Uhr und verlor so ganz bitter nach Zeit. Davon ließ er sich aber nicht beirren und holte in den beiden letzten Runden gegen Theodor Stein (Chemie Weißensee) und Felix Reichmann (Schachfreunde Nord-Ost) zwei volle Punkte und wird mit einem Punkt Vorsprung Berliner Vizemeister. Herzlichen Glückwunsch zu diesem großartigen Erfolg, mit diesem bei diesem engen Teilnehmerfeld wirklich nicht zu rechnen war!

Endstellung zwischen Karim Abed und Bao Ahn Le Bui.

In der u12 waren wir mit zwei Königsjägern vertreten. Benjamin Schäfer spielte ein starkes Turnier (DWZ-plus von 72) und verpasste mit 4,5/9 und dem 5. Platz knapp die Qualifikation zur DEM. Hier eine kleine Taktik, mit der er seine zweite Partie gegen Luca Theviot gewann, Schwarz am Zug:

Wie kommt hier Schwarz am Zug in einen Vorteil? (Benjamin Schäfer – Luca Theviot)

Nach der Auftaktniederlage gegen Floris Thümler und dem Sieg gegen Luca Theviot (Caissa Hermsdorf) musste er in der ersten der beiden Nachmittagsrunden gegen Bach Khoi (Oberschöneweide) ran. Irgendwie musste die Konzentration nachgelassen haben. Im Mittelspiel verzählte er sich und hatte plötzlich eine Figur weniger. Dies führte dann auch gegen einen Topspieler des Turniers zur erwarteten Niederlage. Doch Benjamin ließ sich davon überhaupt nicht beirren und stand sofort wieder auf. In der nächsten Runde bezwang er den um 200 DWZ-Punkte stärkeren Anker Müller (Empor) in einem Turmendspiel. In der Folgerunde konnte auch dessen Vereinskamerad Antek Jankowski (Empor) besiegt werden. In einem recht ausgeglichenen Leichtfigurenendspiel konnte Benjamin (mit Läufer) die kleinen Ungenauigkeiten des Gegners eiskalt ausnutzen und einen Bauern in eine Dame umwandeln. Damit stand Benjamin überraschend ziemlich weit oben in der Tabelle. Leider verlor er in der Folgerunde ein lange ausgeglichenes Turmendspiel gegen seinen direkten Mitkonkurrenten Paul Freude (Empor). Es folgte eine sehr spannende Partie gegen Danil Pimenov (Borussia Lichtenberg), welcher zu diesem Zeitpunkt Tabellenzweiter war (und auch Vizemeister wurde) in der er leider den Gewinn ausließ, aber zumindest einen halben Punkt mitnehmen konnte. In der vorletzten Runde musste er gegen den bei diesem Turnier bärenstark auftretenen Aakrit Seth (Weisse Dame). Hier konnte Benjamin dem Angriff seines Gegners irgendwann nicht mehr standhalten und wurde damit unfreiwillig zum „Meistermacher“. Die letzte Runde gegen Leyi Charlotte Zhou (Weisse Dame) konnte er dann wieder für sich entscheiden, womit er auf 50% kommt.

Floris Thümler landete im selben Turnier mit 4 aus 9 Punkten einen Platz hinter Benjamin. Das direkte Duell gegen Benjamin in Runde 1 konnte er aber mit einer eleganten Damengabel für sich entscheiden.

In der zweiten Runde gab es für Floris eine Achterbahnpartie. Gegen Leyi Charlotte Zhou (Weisse Dame) spielte er erst taktisch sehr clever und konnte eine Figur gewinnen, dann wurde er jedoch etwas nachlässig und musste diese wegen einer Mattdrohung wieder abgeben. Mit dem übriggebliebenen Mehrbauern konnte er dann aber trotzdem den vollen Punkt mitnehmen. Danach traf er auf Aakrit Seth (ebenfalls Weisse Dame). Dort musste er in ein Endspiel mit Turm und Springer gegen die Dame gehen, was Aakrit für ihn erfolgreich zu Ende brachte und für Floris die erste Niederlage bedeutete. Gegen Luca Theviot (Caissa Hermsdorf) gab es dann ein nie gefährdetes Remis in einem Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern. Zur Halbzeit des Turniers kam es dann zur Partie gegen Bach Khoi (Oberschönweide). Ein früh gefangener Läufer kostete hier leider die Partie. Die wohl ärgerlichste Niederlage folgte dann gegen Anker Müller (Empor). Floris stand die ganze Zeit auf Angriff und hatte zwischenzeitlich sogar einen Turm mehr (die Engine zeigte sogar Matt in 7 an). Doch plötzlich öffnete sich die Stellung und der Gegner kam zum Gegenangriff. Innerhalb weniger Züge wurde Floris Matt gesetzt. Ich kann sicherlich mit meiner Sammlung von verlorenen Gewinnstellung etwas trösten. Viele Kinder würde jetzt vielleicht einknicken. Doch Floris zeigte jetzt mentale Stärke und „berappelte“ sich für die letzten drei Runden. Es kam erst zu einem Remis gegen Antek Jankowski (Empor). Es kam dann zwar noch zu der Niederlage gegen Paul Freude (Empor), in dem er leider wieder einen Läufer einsperren ließ, jedoch folgte ein Abschlusssieg gegen den starken Danil Pimenow (Borussia Lichtenberg), was ihm 4 Punkte einbrachte.

Wie kann hier Schwarz Matt setzen? (Anker Müller – Floris Thümler)

Jakob Korek in der u14 (2,5/7) und Rashid Abed in der u18 (0/7) hatten sich sicherlich bessere Ergebnisse erhofft.

Jakob sicherte sich in der ersten Runde ein Remis gegen den späteren Turniersieger Laurin Jahnz (Caissa Hermsdorf). Auch in der zweiten Partie gab es eine Punkteteilung, leider. Gegen Nikolai Nitsche (Empor) stand er zwischenzeitlich mit Mehrfigur auf Gewinn. Die Regel, dass man in solchen Stellungen mit Materialvorteil tauschen sollte, klappte hier nicht. Nach dem Damentausch konnte sein Gegner seine Mehrbauern aktivieren, sodass es kein Durchkommen mehr für Jakob gab. Auch gegen Momme Held (Kreuzberg) konnte er nur die Figuren tauschen, um im Remis zu landen. Dann musste er gegen Chinuun Sundui (Zitadelle Spandau) eine Niederlage hinnehmen, da dieser durch ein Figurenopfer Jakobs Bauernstruktur aufreißen und mit der Dame gefährlich eindringen konnte. Gegen Bagrat Torosyan (Borussia Lichtenberg) übersah er einen taktischen Bauernverlust des h-Bauern und konnte den anschließenden Angriff gegen den kurzrochierten König nicht mehr erfolgreich abwehren. Gegen Christian Zobel (auch Lichtenberg) gab es in einer turbulenten Partie mit Königswanderung ein Remis, ebenso zum Abschluss gegen Veronika Lorenz (Oberschöneweide). 5 Remis und 2 Niederlagen sind sicherlich (in einem allerdings schwierigen Teilnehmerfeld) nicht das erwünschte Ergebnis. Am Ende fällt er um zwei Plätze gegenüber der Setzliste. Aber ich bin mir sicher, dass er bald wieder zu Erfolgen kommt.

Rashid erwischte ein äußerst unglückliches Turnier. Gleich in der ersten Runde bekam er es mit dem Favoriten und späteren Turniersieger Luca Mankel (Weisse Dame) zu tun. Lange hielt er die Partie ausgeglichen, doch im Endspiel mit der Dame gegen das Turmpaar unterliefen im kleine Ungenauigkeiten, die sofort bestraft wurden. In der zweiten Runde unterlief ihm dann ein taktischer Fehler, der gegen den überraschend starken Spieler Timon Vollmer (Chemie Weißensee) zum Verlust führte. Leider geriet er scheinbar auch psychologisch aus dem Gleichgewicht und erlaubte sich in den Partien teilweise haarsträubend Fehler, die unter seinem Niveau sind. Hoffentlich findet er bald wieder zur alten Stärke zurück.

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